Fachtagung untersucht rechtsextremistische Einstellungen in Baden‐Württemberg

11 Nov

"Rechtsextremismus in Baden-Württemberg. Weltbilder und Lebenswelten": Fachtagung des Ministeriums für Integration Baden-Württemberg, der Robert Bosch Stiftung und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB)

Pressemeldung der Firma Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Fachtagung untersucht rechtsextremistische Einstellungen in Baden-Württemberg

Mehr als hundert Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem schulischen, kommunalen und zivilgesellschaftlichen Bereich haben sich heute (11. November) bei der Fachtagung „Rechtsextremismus in Baden-Württemberg“ über wissenschaftliche Erkenntnisse, pädagogisch-präventive Ansätze und Alltagserfahrungen in der Auseinandersetzung mit rechtsextremistischen Einstellungen informiert. Zum Auftakt der Fachtagung, die vom Ministerium für Integration, der Robert Bosch Stiftung und der Landeszentrale für politische Bildung in Stuttgart veranstaltet wurde, erklärte Ministerin Bilkay Öney: „Gewalt ist die extremste Form von Diskriminierung und Rassismus. Verbreiteter und subtiler ist der alltägliche Rassismus. Im Ergebnis ist jede Art von Ausgrenzung integrationsfeindlich.“ Deshalb brauche es ein breites Bündnis gegen Menschenfeindlichkeit, so Öney.

In seinem einführenden Vortrag „Das Ländle – (k)eine Insel der Seligen?“ gab der Esslinger Hochschulprofessor Dr. Kurt Möller einen Überblick über die Situation in Baden-Württemberg. Er stellte fest: „Rechtsextremismus ist keine vorübergehende Angelegenheit, sondern ein strukturell verankertes und daher sehr hartnäckiges Problem.“ Er forderte dazu auf, den Zusammenhang von menschenfeindlichen Einstellungen und rechtsextremistischer Gewalt wahrzunehmen: „Wer vom Extremismus der Mitte nicht reden will, soll gleich vom Rechtsextremismus schweigen.“ Nicht die rechtsextremen Organisationen, Funktionäre und Wähler seien das Hauptproblem; die weite Verbreitung von Haltungen wie Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Antisemitismus in der Gesamtbevölkerung sei das, was die Demokratie weitaus stärker gefährde.

Es folgten Arbeitsgruppen zu rechtsextremistischen Lebenswelten und zu rechtspopulistischen Weltbildern, zur Musikszene der Rechtsextremisten und zu deren Nutzung der neuen Medien. Ein Podiumsgespräch zu den Alltagserfahrungen vor Ort im Kampf gegen Rechtsextremismus in Baden-Württemberg rundete das Programm ab. In einem Zusatzangebot zeigte der Regisseur Peter Ohlendorf seinen verdeckt recherchierten Dokumentarfilm „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ über die rechtsextremistische Musikszene.



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